(FR, 11.07.16, von Elena Müller)

Frankfurter Rundschau (Elena Müller): 3 Tage Kultur für Alle

„Ich glaube an meinen Traum, ich werde ihn ausleben, ich glaube an meinen Traum, ich werde nicht aufgeben.“ Der Text des Liedes, das die Band Sternentramper am Sonntagnachmittag, dem dritten Tag des Hafenfestes, für die Besucher zum Besten gibt, hat viel gemein mit der Idee, die hinter der Veranstaltung steckt. Das Hafentor mit dem denkmalgeschützten Gebäude soll zu einem Ort der Kultur werden, zu einer Anlaufstelle für Kunstschaffende aus allen Spielarten: Musik, Malerei, Schmuck und Bildhauerei – der Komplex an der Westerburgstraße will neue Heimat sein für alle, die sich als Kunst- und Kulturschaffende gleichgesinnt sind.

Mit dem dreitägigen Musikfest, das in diesem Jahr zum zweiten Mal stattfindet, wollen die Veranstalter zeigen, wie eine Zukunft im Hafentor aussehen kann: Die unterschiedlichsten Stile treffen sich, für jeden ist etwas dabei, man kommt zusammen und teilt sich den öffentlichen Raum. „Wir glauben, dass dieser Ort hierfür genau der richtige ist, denn wir wollen daran arbeiten, dass es nicht noch mehr Gentrifizierung in Hanau gibt“, sagt Mike Raven, Mitglied der Interessensgemeinschaft Hafentor und Musiker aus Hanau.

Das Fest soll die Vielfalt der Kulturszene widerspiegeln und deshalb startete der Freitag mit einem Abend der Rockmusik, am Samstag gab es ab 14 Uhr bis in die Nacht hinein elektronische Musik zum Tanzen unter blauem Sommerhimmel und am Sonntag stand mit Hüpfburg, Kinderschminken und allerlei Spielen Familienspaß auf dem Programm. „Es geht uns auch darum, lokale Organisatoren, Künstler und Dienstleister zusammenzubringen“, sagt Katharina Waschbüsch, die mit ihrem Freund Kemal Temir die Firma Sunny Entertainment betreibt und das Programm für Samstag und Sonntag zusammengestellt hat.

Schon 46 Interessierte

Das Hafentor soll dauerhaft Kulturzentrum werden – dafür sorgt auch das Wohnprojekt, dass die Baugesellschaft Hanau gemeinsam mit der Interessensgemeinschaft Hafentor vorantreibt. Im Zuge der Sanierung des Anwesens soll der Leerstand der Immobilie reduziert werden – auch indem man den künftigen Mietern eine günstigere Alternative anbietet: Wer seine neue Wohnung selbst ausbaut, zahlt eine niedrigere Kaltmiete von etwa 3,50 Euro pro Quadratmeter.

Wie Jens Gottwald, Geschäftsführer der BGH informiert, gebe es für die 30 zum Selbstausbau vorgesehenen Wohnungen bereits 46 Interessierte auf einer Warteliste. „Das Angebot, sich den Wohnraum selbst herzurichten, kann besonders für Künstler interessant sein, die sich ein Atelier einrichten möchten“, sagt Gregor Wilkenloh, ebenfalls Mitglied der IG Hafentor.

Es wäre erstrebenswert, wenn man mit dem Angebot eines Kulturzentrums rund um das Hafentor Kreative in Hanau halten könne, wie zum Beispiel Absolventen der Zeichenakademie, fügt Raven hinzu. „Die Studierenden kommen oft nur wegen der Ausbildung hierher und verlassen Hanau dann wieder, weil es kaum Angebote für sie gibt. Wenn sie sich hier günstig und in kreativer Nachbarschaft ein Atelier einrichten könnten, würden sie vielleicht länger bleiben“, hofft Raven. Um das Kulturzentrum am Hafentor langsam aufzubauen und eine Anlaufstelle zu etablieren, soll als nächster Schritt eine Hafenkneipe im Erdgeschoss des Gebäudes eröffnet werden.

 

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