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Presseschau „Hafenkneipe“ Q4/16

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(Hanauer Anzeiger, Frankfurter Rundschau, Biber)

Die Frankfurter Rundschau über das Hafenfest 2016

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(FR, 11.07.16, von Elena Müller)

Das Hafenfest bietet Unterhaltung für jeden und will die Bewohner zusammenbringen. Die Veranstaltung findet bereits zum dritten Mal statt. (Zum 2ten Mal! 🙂 )

„Ich glaube an meinen Traum, ich werde ihn ausleben, ich glaube an meinen Traum, ich werde nicht aufgeben.“ Der Text des Liedes, das die Band Sternentramper am Sonntagnachmittag, dem dritten Tag des Hafenfestes, für die Besucher zum Besten gibt, hat viel gemein mit der Idee, die hinter der Veranstaltung steckt. Das Hafentor mit dem denkmalgeschützten Gebäude soll zu einem Ort der Kultur werden, zu einer Anlaufstelle für Kunstschaffende aus allen Spielarten: Musik, Malerei, Schmuck und Bildhauerei – der Komplex an der Westerburgstraße will neue Heimat sein für alle, die sich als Kunst- und Kulturschaffende gleichgesinnt sind…

Hier geht´s zum vollständigen Artikel:
Frankfurter Rundschau (Elena Müller): 3 Tage Kultur für Alle

Presseschau Hafentor KW08-2016

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Frankfurter Rundschau (23.02.16), Hanauer Anzeiger (24.02.16), Hanauer Bote (24.02.16)

Günstiges Wohnen für Heimwerker

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 Von 

(Frankfurter Rundschau, 04. Dezember 2014)

Der historische Wohnkomplex am Hafentor in Hanau.  Foto: Monika Müller

Die Baugesellschaft Hanau und Mieter werden die Siedlung am Hafenplatz gemeinsam sanieren. In dem denkmalgeschützten Gebäuderiegel, in dem viele Wohnungen leer stehen, sollen Künstler einziehen.

Der seit Jahren vorherrschende hohe Leerstand, rund 30 Prozent, im rund 200 Meter langen Wohnkomplex am Hafenplatz soll nach einem Plan der Baugesellschaft Hanau (BGH) bald ein Ende haben. Der denkmalgeschützte und heruntergekommene Gebäuderiegel aus den 1920er- Jahren soll saniert werden. Die BGH schlägt deshalb den Weg ein, dass künftige Mieter selbst ihre Wohnung sanieren und modernisieren.

In dem Hafentor-Haus mit seinem markanten Arbeiterdenkmal soll eine neue Klientel einziehen. Künstler könnten dort ihre Heim- und Arbeitsstätte finden. Dem dortigen Bosnischen Verein und dem Gehörlosen Verein ist bereits gekündigt worden, so Gottwald. Es gebe Gespräche für Ersatzräume.

Eine Komplettsanierung mit Entkernung des gesamten Bauwerks durch die Baugesellschaft würde mindestens 15 Millionen Euro kosten. Die daraus resultierenden Mieten seien jedoch ob der Insellage zwischen Bahnlinie, hochfrequentierter Straße und Hafengebiet nicht zu erzielen, sagte Gottwald. Alle 160 Wohnungen, gleich ob belegt oder nicht, sollen aber neue Versorgungsleitungen für Strom und Wasser erhalten. Zudem sollen die Hauseingänge von der stark befahrenen Westerburgstraße auf die Gebäuderückseite verlegt werden.

Das sei vor allem sicherer, so Gottwald. Bislang befinden sich die Eingänge dicht an der Straße, wo täglich bis zu 20 000 Autos vorbeifahren. Voraussichtlich Ende 2015 werden die Arbeiten beendet sein, hieß es. In dieser Zeit würden auch Dachböden gedämmt, Treppenhäuser und Fassaden neu angelegt.

Niedriger Preis für Wohnungen im Rohbauzustand

Leerstehende Wohnungen in dem Trakt entlang der Westerburgstraße werden an künftige Mieter im Rohbauzustand übergeben, sagte gestern BGH-Geschäftsführer Jens Gottwald bei der Vorstellung der Pläne. Das heißt, die knapp drei Meter hohen Wände sind ohne Tapeten, Türrahmen und -blätter – so wie sie der Vormieter hinterlassen hat. Die Miete soll dafür bei 3,50 bis vier Euro pro Quadratmeter liegen. Die Mindestvertragslaufzeit kann fünf oder mehr Jahre betragen, sagte Gottwald. Für talentierte Heimwerker biete sich somit eine günstige Wohnung.

Allerdings scheint diese Rechnung nur aufzugehen, wenn die Ansprüche an den Wohnkomfort nicht am heutigen Standard gemessen werden. So werden die Räume noch von Öfen geheizt. Die Mieter in spe können sich Holz- oder Gasöfen oder eine Gasetagenheizung einbauen, benennt Gottwald die Optionen. Wer nicht auf nacktem Beton seine Teppiche ausbreiten möchte, muss auch in einen Bodenbelag investieren. Zumal der Trittschallschutz nach früheren Angaben der BGH nicht der heutigen Norm entsprechen soll.

Bei einem vorzeitigem Auszug soll das in die Sanierung gesteckte Geld dem Mieter nicht verloren gehen. Die Investition werde nach Abzug einer Abnutzungspauschale ausgezahlt. Der neue Mieter bekommt dann jedoch nicht mehr den günstigen Zins in seinen Vertrag geschrieben. Gottwald sprach auf Nachfrage von einer möglichen Erhöhung auf fünf bis sechs Euro pro Quadratmeter.

Bei den früheren Hafenbeamten-Wohnungen im Torhaus besteht für die künftigen Nutzer die Option, dass die Baugesellschaft die Sanierung übernimmt, was die Miete aber gleich verteuert.

Für den Torbau soll auch der Plan Wohnen und Arbeiten für Künstler verwirklicht werden. Bei der Realisierung ist Barbizz, Verein zur Förderung der Stadtkulturentwicklung, einbezogen worden. Vorstand Mike Raven sagte, dass mit Künstlern aus Hanau und Umgebung bis Februar ein Konzept erarbeitet werden soll.

Was möglich ist, zeigte Gottwald in einer Präsentation. So können 48 Wohnungen und auf je 1200 Quadratmeter Galerien sowie Ateliers und Werkstätten entstehen. Hierzu soll die Raumaufteilung im Parterre aufgebrochen werden. Das Torhaus werde zudem einen Aufzug erhalten. Auch sei eine Dachterrasse denkbar.

Gottwald sagte, dass die Ausstellungsräume nicht ausschließlich den Künstlern vorbehalten seien, die im Torhaus ihr Atelier betreiben. „Es kann sich ebenso ein Galerist einmieten.“ Der BGH-Chef gibt sich zuversichtlich, dass das Konzept aufgeht. Künstler aus Offenbach, wo seit geraumer Zeit Ähnliches geboten wird, hätten sich schon über die Möglichkeiten in Hanau erkundigt.

Claus Kaminsky (SPD), Oberbürgermeister und Aufsichtsratvorsitzender der städtischen BGH, sah im Gesamtkonzept eine positive Perspektive für den Gebäudekomplex nach vielen Jahren des Stillstands. Die lang gestreckte Siedlung habe einst als Muster für modernen Wohnungsbau am Tor zur Stadt gestanden. Der prominente Standort des Gebäudes soll künftig sogar mit einem Beleuchtungskonzept in der Nacht hervorgehoben werden.

Ein Wohnblock als Denkmal der Arbeit

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Von Ute Vetter
(Frankfurter Rundschau, 18. März 2010)

Der Monumentalbau am Hanauer Hafen wurde einst als Unterkunft für Angestellte und Beamte errichtet – 1924 galt die Anlage mit Etagenheizungen und Badezimmern als Nonplusultra an Komfort. Foto: Monika Müller

Der Hafenplatz markiert die historische Einfahrt zum Mainhafen von Hanau, dem zweitgrößten am Fluss. Er ist der südlichste einer Reihe von Plätzen, die sich fast axial von Nord nach Süd durch Alt- und Neustadt ziehen: Schlossplatz, Altstädter Markt, Freiheitsplatz, Neustädter Markt, Französische Allee.

Den Hafenplatz dominiert ein monumentaler Wohnblock, der ihn mit drei Flügeln umfasst und sich nach Westen mit einem vierten Flügel entlang der Westerburgstraße bis zur Canthalstraße erstreckt. Die imposante Wohnsiedlung war einst für Arbeiter, Angestellte und Beamte im Hafengebiet konzipiert worden. Dieser Wohnblock wurde um 1924 errichtet. Die Mittelachse aller den Platz umfassenden Gebäude öffnet sich zu einem Tor, das die Hafeneinfahrt darstellt.

Die Anlage wurde als monumentales „Denkmal der Arbeit“ gestaltet: Zwei Kolossalfiguren aus Beton von August Bischoff sind über die Durchfahrt gesetzt. Sie symbolisieren Handel und Arbeit. Wegen der Zahnräder, auf die sich eine Figur stützt, werden sie im Volksmund gern auch „Käs-Roller“ genannt.

Am Eckgebäude Canthalstraße wurde eine kleine Puttenfigur mit Boot und Anker, signiert von Otto Craß, als Hinweis auf die Schifffahrt platziert.

Wohnen auf engstem Raum

Unmittelbar nach der Eröffnung des Mainhafens datiert der Baubeginn der Großsiedlung am Hafenplatz, wo auf engstem Raum eine Vielzahl von Unterkünften entstand. Allein im Torbau 24 Zweizimmer-, 67 Dreizimmer- und acht Vierzimmerwohnungen. Als Baumaterial für den vier- bis sechsgeschossigen Wohnbau wählte man Betonziegel und Schlackesteine. Die Zwischenwände wurden zur flexibleren Innennutzung der Wohnungen in Leichtbauweise errichtet.

Nach einer zeitgenössischen Bewertung von 1929 wurden die Gebäude „entsprechend dem modernen Siedlungsgedanken“ konzipiert und besaßen als Zeichen eines gesteigerten Wohnkomforts „große Fenster, Balkons, Einzel- und Gemeinschaftsbäder und zum Teil Etagenheizungen“. Zum ersten Mal wurde in Hanau ein großes Flachdach gebaut. Grund: Alle Mansarden, Kammern und Trockenböden hatten dadurch gerade Decken und Wände. Sie boten somit die Möglichkeit, die Mansarden auch als Fremden- oder Kinderschlafzimmer zu verwenden.

Wände zum Herausnehmen

Der Überbrückungstrakt über der Hauptzufahrt zum Hafen wurde hingegen ganz aus Eisenbeton erstellt und sollte später Büroräume und ein Restaurant aufnehmen. Daher wurden auch hier leicht entfernbare Zwischenwände eingezogen. Nach der Teilzerstörung 1945, die vor allem Obergeschosse, Innenwände sowie die hafenseitigen Fassaden betraf, erfolgte der zügige Wiederaufbau bis etwa 1950 in Anlehnung an den erhaltenen historischen Bestand.

Die Gebäude sind nach dem Hessischen Denkmalschutzgesetz als Gesamtheit eingestuft, während der Hafenplatz selbst dort nicht als Gesamtanlage ausgewiesen ist.

Hafenplatz Hanau: Ein Wohnblock als Denkmal der Arbeit

Hafenplatz Hanau: Schlechte Lage, viel Leerstand

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Von Ute Vetter
(Frankfurter Rundschau, 18. März 2010)

Die Sanierung der monumentalen Wohnanlage am Hafentor würde schon in der Minimalversion Millionen kosten. Selbst die Baugesellschaft als Eigentümer spricht von einer schwierigen Immobilie. Foto: Monika Müller

Der Hafenplatz mit seinem monumentalen Kulturdenkmal Hafentor ist nur auf den ersten Blick eine Augenweide in dem an architektonischen Schätzen sonst eher armen Hanau. Längst ist er durch seine städtebauliche Behandlung kein prächtiger Platz mehr.

Auch die Substanz der 154 Wohnungen der städtischen Baugesellschaft in der Gesamtanlage, inklusive Westerburg- und Hafenstraße, lässt zu wünschen übrig. Bereits 44 Wohnungen stehen trotz des niedrigen Mietzinses von rund 4,20 Euro pro Quadratmeter leer und gelten als schwer vermietbar aufgrund der Lage oder veralteten Ausstattung.

Stets belegt sind die vier Notunterkünfte für Menschen, die vorübergehend wohnungslos sind. Nur wenige Mieter haben Geld in die Ausstattung gesteckt. Geschäftsführer Jens Gottwald sagt offen: „Eine schwierige Immobilie“. Eine Sanierung allein der Bäder, der Energetik oder der Trittschalldämmung würde einen mehrstelligen Millionenbetrag erfordern: „Wer soll das nachher bezahlen?“ Seine GmbH hat rund 4500 Wohnungen im Bestand.

Stadt hat Angst vor öffentlichem Protest

Stadtrat Axel Weiss-Thiel (SPD) betont auf die Frage nach dem Sanierungsbedarf: „Wir befinden uns in der Phase der Bestandserfassung.“ Nichts fürchtet der Sozialdezernent derzeit mehr als öffentliche Proteste der Bewohner – so wie damals, als die Mieter in der Französischen Allee in der Innenstadt im „Wettbewerblichen Dialog“ plötzlich erfuhren, dass ihre preiswerten Wohnungen abgerissen und durch schicke Neubauten ersetzt werden sollten.

Denn gleichzeitig wurde publik, dass die Baugesellschaft die Sanierung der Wohnungen zwar jahrelang versprochen, aber nie erledigt hatte. Diese Untätigkeit fiel in die Ära des Gottwald-Vorgängers Carl Edward Günther, der noch heute als zweiter Geschäftsführer fungiert.

Weiss-Thiel gibt zu, dass sich der Aufsichtsrat „grundsätzliche Gedanken“ über die Zukunft der Immobilie machen müsse. Mietverträge seien aber nicht gefährdet. Gottwald denkt wegen der Lage (pro Tag tosen über 20.000 Fahrzeuge über die B45) sogar an Zukunftsvisionen wie eine Großraum-Disco oder den Abriss der Häuser Westerburgstraße. Weiss-Thiel stimmt zu: Es gebe keine Infrastruktur, kaum Parkplätze, viel Lärm. Der Verkehrsknotenpunkt sei nicht zu verlagern.

Tatsächlich ist der Hafenplatz nördlich durch den Damm der Frankfurt-Bebraer Eisenbahn von der City abgetrennt. Die Durchfahrt in diese Richtung, die zwei zweigleisige Eisenbahnstrecken der westlichen Zufahrt zum Hauptbahnhof unmittelbar hintereinander unterquert, wirkt wie ein Tunnel. Nur eine Anwohnergemeinschaft fühlt sich durch den Lärm nicht gestört: Der Gehörlosenverein hat sein Domizil hier.

FR: Hafenplatz Hanau: Schlechte Lage, viel Leerstand